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Studie & Analyse · August 2026

Indischer Ozean: ein wirtschaftliches Integrationspotenzial, das noch weitgehend aufzubauen ist

CR
Catherine Dubreuil Le Roy

Was, wenn das nächste große wirtschaftliche Spielfeld direkt neben Mauritius liegt? Diese Frage wirft die Vorstellung einer vom Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) durchgeführten Studie auf, präsentiert von Jérémie NONE, zum Thema wirtschaftliche Integration und Handelschancen im westlichen Indischen Ozean. Ein überraschender Befund und eine echte Chance für alle, die sich frühzeitig zu positionieren wissen.

 Ein fast paradoxer Befund

La Réunion, Mayotte, Mauritius und Madagaskar sind Nachbarn, die nur durch wenige hundert Kilometer voneinander getrennt sind. Und dennoch zeigt die EY-Studie, durchgeführt in Zusammenarbeit mit mehreren regionalen Handelskammern (La Réunion, Mayotte, France-Madagascar, France-Maurice) und dem Club Export Réunion, mit Unterstützung der Agence française de développement, eine auffällige Zahl: Der Anteil des Warenaustauschs zwischen diesen Inseln bleibt sehr begrenzt und ist im letzten Jahrzehnt sogar leicht zurückgegangen.

  • Historisch schwache Handelsströme zwischen den Inseln der Region
  • Eine geografische Nähe, die noch ungenutzt bleibt
  • Ein besonders starkes Potenzial im Agrar- und Ernährungssektor
  • Eine öffentlich-private Zusammenarbeit, die als zentraler Entwicklungshebel identifiziert wurde

Dieser Befund ist weit davon entfernt, entmutigend zu sein, sondern offenbart tatsächlich einen erheblichen Entwicklungsspielraum für die Wirtschaftsakteure der Region.

 Eine Chance für diejenigen, die als Erste handeln

Der Workshop zur Vorstellung der Studie, der in Madagaskar in Anwesenheit zahlreicher institutioneller Akteure (französische Botschaft, Europäische Union, Handelskammern) stattfand, hob mehrere Entwicklungshebel hervor:

  •  Stärkung der agronomischen Forschung und Innovation zur Strukturierung regionaler Wertschöpfungsketten
  • Ausbau der Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor
  • Erschließung neuer Handelswege zwischen den Inseln, über die traditionellen Handelsrouten nach Europa oder Asien hinaus
  •  Aufbau wirtschaftlicher Komplementarität zwischen Gebieten mit unterschiedlichem Profil (Madagaskar als landwirtschaftliche Kornkammer, Mauritius als Dienstleistungs- und Finanzplattform, La Réunion und Mayotte als Tore nach Europa)

💬 „In einer Region, in der die geografische Nähe ihren wirtschaftlichen Wert noch nicht voll entfaltet hat, werden die ersten organisierten Akteure die meisten Chancen ergreifen."

 Was das für ein Ansiedlungsprojekt auf Mauritius bedeutet

Für einen Unternehmer, der Mauritius als Standort wählt, verändert dieser Befund die Perspektive: Die Insel ist nicht mehr nur ein isoliertes, stabiles Reiseziel, sondern wird zu einem möglichen Ankerpunkt in einer Region, die sich derzeit vollständig neu definiert, mit einem Entwicklungspotenzial, das größtenteils noch geschrieben werden muss.

  •  Eine strategische geografische Lage, am Schnittpunkt zwischen Afrika, Madagaskar und Europa (über La Réunion und Mayotte)
  •  Erleichterter Zugang zu noch wenig strukturierten Wertschöpfungsketten, somit offen für Innovation
  • Eine günstige institutionelle Dynamik, getragen von der AFD, der Europäischen Union und den lokalen Handelskammern